Ein „Türchen“ zum 3. Advent – Das Tor des Warenhauses Tietz in Berlin Mitte

Das Tor in der Klosterstraße 64.

Wenn man auf den Spuren der Geschichte Berlins durch die Stadt spaziert, ist die Klosterstraße in Mitte nicht zu umgehen. Die Franziskanerklosterruine und die Reste der mittelalterlichen Stadtmauer kennen viele. Auch die Parochialkirche mit ihrem rekonstruierten Turm ist vielleicht bekannt. Doch zwei Häuser weiter sieht man in der Häuserfront ein Jugendstilkaufhaufhaus. Eingerahmt von zwei Neubauten ist es mir beim Vorbeigehen gar nicht aufgefallen.
Bleibt man aber einmal stehen, hat man eine wunderbare Jugendstil-Fassade vor sich.

Die Fassade des Geschäftshauses Tietz zeigt viele Jugenstilelemente.

Das Geschäftshaus Tietz, 1904-1906 entworfen und gebaut, ist ein Beispiel dafür wie sich die Altstadt Berlins um die Jahrhundertwende zu einer Millionenstadt wandelte.
Die drei Brüder Tietz erbauten das Geschäftshaus, um es an verschiedene Firmen in der Textilbranche zu vermieten.
Ursprünglich waren im Erdgeschoss großflächige Schaufenster vorhanden, die zum Schlendern einluden.
Die Formensprache des Jugendstils erkennt man sehr gut an den geschwungenen Formen der Fenstergesimse und dem figürlich- und floralen Schmuckelementen im Mittelteil der Fassade.
Der Gebäudekomplex erstreckt sich über zwei Höfe, deren Fassaden mit grünen und weißen Kacheln geschmückt sind. Auch die metallenen Eingangstore der Treppenaufgänge in den Höfen sind mit Jugendstil-Ornamenten geschmückt.
Die bunt gekachelten Fassaden erinnern auch an die Hackeschen Höfe in Berlin, die zur selben Zeit nicht weit entfernt gebaut wurden.

Das Gebäude ist eines der wenigen erhaltenen Gebäude dieser Stilepoche in Mitte.

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