Denkmäler des Zweiten Weltkriegs: Atlantikwall-Festungen entlang der französischen Küste

Die Reise entlang der französischen Küste führt an den Überresten der Atlantikwall-Festungen aus dem Zweiten Weltkrieg vorbei, die noch immer als stumme Zeugen der Vergangenheit erinnern. Der Atlantikwall, eine gewaltige Befestigungsanlage, wurde ab 1942 von den deutschen Besatzungstruppen entlang der europäischen Atlantikküste erbaut und erstreckte sich über mehr als 5.000 Kilometer von Norwegen bis zum französischen Baskenland und sollte eine alliierte Invasion verhindern. Diese Verteidigungslinie wurde am D-Day durchbrochen und besiegelte so die Befreiung Europas.

Von den rauen Küsten der Normandie bis zu den sandigen Ufern von Soulac sur mer und dem Hafen von Bordeaux erstrecken sich diese Relikte, die uns heute an die einstigen militärischen Geschehnisse erinnern.

Im Norden, in der Normandie bei Colleville-sur-Mer, überblickt Widerstandsnest (WN) 73 den Strandabschnitt Omaha Beach bis zum schicksalsträchtigen WN62. Diese Stellungen an einem der entscheidenden Schauplätze des D-Days am 6. Juni 1944, erinnern uns an die Opfer und die Tapferkeit der Alliierten, um den „Atlantikwall“ zu durchbrechen. Nach deren Erstürmung am Nachmittag des D-Days und mittlerweile dem Verfall preisgegeben, bieten die Überreste von WN73 einen weiten Blick über die Küste, wo unberührt die Wellen über das einstige Schlachtfeld rollen und hinter dem Strand die Gedenkstätten an die vergangenen Ereignisse erinnern.

Pointe du Hoc, mit seinen beeindruckenden Klippen etwa 6 km weiter westlich die Küste hinunter, war ebenfalls Schauplatz der Landung am D-Day. Nach einem vorausgehenden Bombenangriff kletterten US-Ranger mit Seilleitern die über 30 Meter hohen, steilen Felsen hinauf, um die deutschen Stellungen zu erobern. Heute erzählen die Überreste von Bunkern in der Kraterlandschaft der Wiese ihren Teil der Geschichte.

Weiter südlich bei St Malo erhebt sich das Fort de la Varde. Diese Festung aus dem 17. Jahrhundert, während des Zweiten Weltkriegs weiter ausgebaut, bietet einen faszinierenden Einblick in die Architektur und die Verteidigungsstrategien jener Zeit. Mit massiven Betonstrukturen und Schießscharten erhebt sich das Fort noch immer majestätisch über den Klippen und erinnert uns an die damaligen Bemühungen, die Bucht von St Malo zu sichern.em 17. Jahrhundert, während des Zweiten Weltkriegs weiter ausgebaut, bietet einen faszinierenden Einblick in die Architektur und die Verteidigungsstrategien jener Zeit. Mit massiven Betonstrukturen und Schießscharten erhebt sich das Fort noch immer majestätisch über den Klippen und erinnert uns an die damaligen Bemühungen, die Bucht von St Malo zu sichern.

Entlang der französischen Atlantikküste gibt es nicht nur Überreste der Verteidigungsanlagen, sondern auch Anlagen wie den U-Boot-Bunker in Bordeaux. Dieser massive Stahlbetonbau diente als Operationsbasis für den U-Bootkrieg. Auch heute prägt er das Stadtbild mit seinen 11 Liegeplätzen, deren Leere einen Blick in das circa 250 Meter breite, 160 Meter lange und über 20 Meter hohe Gebäude freigibt. Beeindruckend in seiner Größe und Konstruktion, bleibt der Bunker bis heute ein faszinierendes architektonisches Erbe Bordeauxs, das sich gegen den Abriss stellt.

Unsere Reise endet schließlich bei den Überresten der Festung Gironde Süd bei Soulac-sur-Mer. Hier erheben sich die Bunker wie stille Wächter über den Sanddünen, in denen während der letzten Kriegswochen im April 1945 noch erbittert gekämpft wurde. Ihre rostigen Oberflächen von der salzigen Meeresluft gezeichnet, bieten diese Überreste der meterdicken Betonwände nicht nur einen Einblick in die militärische Architektur des Zweiten Weltkriegs, sondern auch in die Auswirkungen der Zeit und der Natur auf diese massiven Strukturen sowie den Umgang mit ihnen.


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