Auf meiner Reise durch Frankreich entdecke ich neben der schönen Landschaft auch immer wieder spannende Denkmale in Form ganzer Altstädte oder auch einzelne Objekte. Die Sehenswürdigkeiten, die ich mir angeschaut habe und hier vorstelle sind natürlich nur eine ganz kleine Auswahl der Potentiale, die Nordfrankreich bietet. Wir sind in jeder Region nicht lange und so picke ich mir Sehenswürdigkeiten heraus, die mich ansprechen oder gut auf unsere Route passen. In der Normandie habe ich mir Rouen, die Abbaye de Jumièges, Mont St. Michel und die D-Day-Landing-Strände angesehen.
Rouen

Rouen ist die Hauptstadt der Normandie und bietet eine von Fachwerkhäusern gesäumte Altstadt. Sehr bekannt ist auch die Kathedrale von Rouen.
Die Kathedrale von Rouen ist eine der bedeutendsten gotischen Kathedralen in Frankreich. Ihr Bau begann im 12. Jahrhundert und erstreckte sich über mehrere Jahrhunderte.
Besonders bemerkenswert ist ihr hoch aufragender Vierungsturm, der mit 151 Metern der höchste Kirchturm Frankreichs ist. Die gusseiserne Konstruktion wurde 1877 fertiggestellt, nachdem der vorige Vierungsturm abgebrannt war. Für drei Jahre war die Kathedrale damit das höchste Gebäude der Welt, 1880 wurde der Kölner Dom fertiggestellt.
Der Vierungsturm ist höher als die beiden Türme der Westfassade. Dadurch wirken die Proportionen der Kathedrale etwas verschoben, finde ich 😉
Die Westfassade der Kathedrale ist berühmt für ihre detaillierten gotischen Darstellungen und wurde von dem Maler Claude Monet in einer Serie von Gemälden verewigt.




Die Altstadt von Rouen zeichnet sich durch ihren Fachwerkhaus-Charme und die Geschichte aus. 1431 wurde Jeanne d’Arc auf dem Marktplatz hingerichtet. An dieser Stelle steht eine Jeanne d’Arc-Gedenkkirche aus den 1970er Jahren. Viele Straßen in der Altstadt sind gesäumt von schmalen Fachwerkhäusern, die aus dem Mittelalter und der Renaissance stammen. Diese gut erhaltenen Gebäude, oft bunt bemalt und reich verziert, geben der Altstadt ihren unverwechselbaren Charakter.
Weitere bedeutende Sehenswürdigkeiten sind der Große Uhrenturm (Gros-Horloge), ein beeindruckendes astronomisches Uhrwerk aus dem 14. Jahrhundert, und die Kirche Saint-Maclou, ein weiteres Beispiel gotischer Baukunst.
Bei einem Besuch in Rouen oder anderen Städten in Frankreich sollte man an die Wochentage denken. Montags sind viele Museen und Kathedralen nur begrenzt geöffnet. Die Kathedrale in Rouen öffnete erst um 14 Uhr.


Abbaye de Jumièges – die schönste Ruine Frankreichs?

Die Abbaye Saint-Jumièges, eine der beeindruckendsten und ältesten Abteien Frankreichs, liegt malerisch auf einer nur leicht besiedelten Landzunge unweit des Seine-Ufers in der Normandie. Ihre Architektur ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Romanik. Für mich wirkte diese Ruine und die entspannte Stimmung wie ein ganz besonderer Ort und ist auf jeden Fall eines meiner Highlights unserer Frankreichreise.
Gegründet im Jahr 654 von St. Philibert, zählt die Abtei zu den ältesten in Frankreich. Während der normannischen Invasionen im 9. Jahrhundert wurde sie zerstört, jedoch im 10. Jahrhundert wieder aufgebaut und erlebte im 11. und 12. Jahrhundert ihre Blütezeit.
Die Abteikirche, die im 11. Jahrhundert erbaut wurde, ist ein herausragendes Beispiel für romanische Architektur. Typisch für diese Epoche sind unter anderem die Rundbogenfenster, massiven Mauern, weitgehend geschlossene Wände innerhalb des Kirchraums und die dicken Säulen mit fast würfelförmigen Kapitellen. Der beeindruckende Westbau mit seinen zwei 47 m hohen Türmen, die sich majestätisch in den Himmel erheben, ist eines der bekanntesten Merkmale der Abtei. Man kann sich die einstigen Ausmaße (120 m lang) der Abtei durchaus vorstellen wenn man aus den Resten des Hauptschiffes unter den ehemaligen Vierungsbereich tritt.


Der Grundriss der Kirche folgt dem klassischen lateinischen Kreuz, das Hauptschiff wird von hohen, schlichten Säulen flankiert, die in prächtigen Rundbögen münden. Die klaren Linien und die robuste Bauweise verleihen dem Bauwerk eine kraftvolle, aber dennoch erhabene Erscheinung.
Wie üblich in romanischen Kirchen hatte das Hauptschiff früher einmal eine flache Deckenkonstruktion.
In einigen Bereichen in den Seitenschiffen und an einzelnen Kapitellen kann man sogar noch die einstigen Farbfassungen erkennen.


Die Ruine gilt mitunter als schönste Ruine Frankreichs. An einem Montag im Mai, an dem wir sie besucht haben, waren aber nicht viele Touristen dort. Man kann sich ganz in Ruhe die ganze Anlage anschauen und auf einem Liegestuhl die Ruinen auch aus der Entfernung betrachten. Die malerische Lage und die majestätische Ausstrahlung der Ruinen machen die Abbaye Saint-Jumièges zu einem sehr angenehmen und inspirierenden Ort.
Einige hundert Meter weiter steht man am Ufer der Seine und sieht die Felsen des Seine-Tals. Der Stein hat die gleiche Farbe wie die Kirche. Man kann sich gut vorstellen wie die Baumaterialien für Jumièges, Rouen und weitere Kathedralen aus diesen Felsen geschlagen wurden.

Eine Antwort zu „Rouen und Abbaye de Jumièges”.
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[…] Jedes Fachwerkhaus ist anders gestaltet. Wenn man genau hinschaut kann man viele verschiedene Haustür- und Tordesigns und Fachwerkarten entdecken.Wenn Du mehr über Rouen und Umgebung erfahren willst, schau doch auch auf meinem Blogbeitrag zu Rouen und Abbaye de Jumièges vorbei.Klick hier: Rouen und Abbaye de Jumièges […]
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